Kindesschutz: Erziehungsaufsicht Eltern, Pflegeeltern und Kinder können von der Kindesschutzbehörde ermahnt werden. Wird bei schwerwiegenderen Fällen gar das Kindeswohl gefährdet, ohne dass die Eltern hierzu Abhilfe schaffen, so kann die KESB gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB geeignete Massnahmen einleiten. Der KESB stehen dabei verschiedene Massnahmen zur Verfügung, wobei sie stets die mildeste geeignete Massnahme anzuordnen hat.

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Eine dieser Massnahmen ist die Anordnung einer Erziehungsaufsicht gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB. Diese besteht grundsätzlich in einer Weisung an die Eltern, die Pflegeeltern oder an das Kind. Als eine etwas einschränkendere Massnahme steht die Anordnung einer Beistandschaft nach Art. 308 ZGB zur Verfügung. Sollten sich die Verhältnisse zwischenzeitlich massgeblich verändert haben, so kann es im Sinne von Art. 313 ZGB geboten sein, eine solche Beistandschaft wieder aufzuheben und stattdessen beispielsweise eine Erziehungsaufsicht, welche das elterliche Sorgerecht weniger einschränkt, zu bestimmen. Eine Erziehungsaufsicht kann beispielsweise so ausgestaltet werden, dass die Eltern ihr Kind einmal pro Woche in einen Hort, eine Spielgruppe oder einen Freizeitkurs zu bringen haben, wobei sie hierfür einen Nachweis erbringen müssen. Alternativ ist die KESB beispielsweise auch dazu befugt, die Eltern halbjährlich zu einem Gespräch mit einer von der KESB zur Überwachung der von ihr erteilten Weisungen beauftragten Aufsichtsperson zu verpflichten. Gegen die Anordnung einer Massnahme durch die KESB kann im Kanton Zürich gemäss § 63 EG KESR i.V.m. Art. 450 ZGB innerhalb von 30 Tagen seit der Mitteilung des Entscheids Beschwerde an den Bezirksrat erhoben werden. Dieser hat zu prüfen, ob eine solche Massnahme überhaupt notwendig ist und sie im Sinne des Verhältnismässigkeitsprinzips auch das mildeste geeignete Mittel zur Gewährleistung des Kindeswohls darstellt. Dieser Entscheid des Bezirksrates unterliegt nach § 64 EG KESR wiederum der Beschwerde ans Zürcher Obergericht, welches sie mit umfassender Kognition in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht prüft. Nach Art. 450a ZGB können mit der Beschwerde sowohl Rechtsverletzungen und eine allfällige unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtsrelevanten Sachverhalts sowie auch Unangemessenheit, Rechtsverweigerung oder -verzögerung vorgebracht werden. Der Entscheid des Obergerichts unterliegt seinerseits wiederum einer Beschwerde ans Bundesgericht.

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